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Ein halbes Jahr! – Fazit und ein Klassiker vegan: Spaghetti Bolognese

Bolognese Titel -loeffelkind.de

Huch, es ist ja schon Juli! Ich habe gar nicht bemerkt, dass die erste Hälfte des Jahres um ist und ich mich somit jetzt schon seit einem halben Jahr mit veganer Ernährung auseinandersetze. Was als guter Neujahrs-Vorsatz, als einmonatige Challenge, begann, hat mein Leben doch ziemlich auf den Kopf gestellt und nicht nur meine Ernährung, sondern auch meinen ganzen Lebensstil nachhaltig beeinflusst. Von jetzt auf gleich habe ich beschlossen, auf mein geliebtes Fleisch und meinen noch viel geliebteren Käse zu verzichten. Es war eine gute Idee!

Als ich im Januar diesen Jahres mit der “vegan challenge” begann, dachte ich, dass ich anschließend vielleicht deutlich weniger Fleisch und Fisch essen, genauer auf die Qualität der Produkte Acht geben und vor allem mehr Bio-Produkte beziehen würde. Die ganzen Fleischskandale der letzten Jahrzehnte und Berichte über unwürdige Massentierhaltung hatten mir sowieso schon zunehmend den Appetit auf Fleisch und Fisch verdorben. Aber dass ich freiwillig dabei bleibe und meine Ernährung so radikal umstellen würde, das hätte ich damals wirklich nicht gedacht. Nicht, dass ich nicht gewollt hätte, aber ich habe nicht geglaubt, dass es zu schaffen ist, ohne mich zu quälen.

Nach dem erfolgreich durchgehaltenen Januar, habe ich mich auch sehr auf einige “verbotene” Lebensmittel gefreut und erst mal wieder bei Käse und nicht-vegane Süßigkeiten zugeschlagen. Fleisch und Fisch habe ich allerdings wirklich nicht mehr gebraucht. Das war die erste sehr interessante Feststellung: Fleisch schmeckt mir zwar, aber ich vermisse es nicht, wenn ich es nicht esse. Außerdem habe ich mich viel besser gefühlt. Ich hatte weniger oft Bauchgrummeln, Sodbrennen und meine Haut hatte sich im Januar sichtbar verbessert. Dazu kam der sehr positive Nebeneffekt, dass ich etwas abgenommen hatte, und das ohne überhaupt darauf zu achten weniger oder kalorienärmer zu essen. Da probiere ich jahrelang jede doofe Diät aus, hunger Abends vor mich hin und verzichte Wochenlang auf Kohlendhydrate und dann das! Ich kann mich satt essen, abends Kohlenhydrate verputzen, Schokolade knabbern und trotzdem abnehmen! Ganz ohne schlechte Laune, Kalorien zählen und Hungergefühl! Ha, nie wieder Weight Watchers, Atkins oder low-Carb!

Im Feburar und März waren mein Freund und ich mehrere Wochen im Urlaub in Japan und Thailand. Dort haben wir gegessen, was man uns serviert hat. Fleisch, Fisch, Eier… das, was die Einheimischen gegessen haben, haben wir auch gegessen. Aber auch im Urlaub fiel mir auf, dass ich viel weniger zu tierischen Produkten, dafür aber sehr viel zu Gemüse und Obst gegriffen habe. Kokosnüsse waren in Thailand für mich der Hit! Was besseres kann man bei 30°C und nach mehreren Tauchgängen gar nicht zu sich nehmen!

Als wir im April wieder in Deutschland waren, habe ich ganz unbewusst wieder angefangen vegan zu kochen und auf Milchprodukte ect zu verzichten. In den Monaten davor, habe ich nicht nur viel vegan gegessen, sondern mich auch intensiv mit dem Thema Ernährung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz auseinandergesetzt. Die Qualität der Prdoukte war für mich schon immer wichtig, aber zunehmend spielte der Aspekt der nachhaltigen Ernährung eine immer größere Rolle in meiner Ernährung. Die wichtigste Frage, die mich umtrieb und immer noch umtreibt:

Wie können wir in Zukunft die steigende Weltbevölkerung ernähren, ohne dabei unseren Planeten zu zerstören?

Es waren Filme wie “Home” und Artikel wie “9 Milliarden – wie werden alle satt?” in der National Geographic, die mich zunehmend beeindruckten und prägten. Für mich wurde klar, dass jeder einzelne Mensch auf der Welt mit in der Verantwortung ist, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Ganz besonders die Industrienationen sind meiner Meinung nach verpflichtet, Verantwortung zu übernehmen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Und eins ist klar: dazu gehört auch, unseren Fleischkonsum massiv zu verringern. Wir sind in der komfortablen Position, jederzeit, überall die Möglichkeit zu haben uns ausgewogen, nachhaltig und lecker zu ernähren – auch ohne Fleisch. Ich sage nicht, dass man komplett auf tierische Produkte verzichten muss. Das ist eine persönliche Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen sollte. Aber wer sich für Fleisch entscheidet, der sollte die Augen aufmachen und schauen, woher das Fleisch kommt, und wieviel er davon wirklich brauch um satt zu werden.

Und so schlich sich nach und nach die vegane Ernährung in meinen Alltag und heute macht es mir gar nichts mehr aus, auf tierische Produkte zu verzichten. Ich sehe es allerdings auch nicht so verbissen. Ganz selten probiere ich mal etwas Fleisch oder Fisch. Weniger, weil ich Lust drauf habe, sondern weil mich interessiert, wie es mir schmeckt. Meistens schmeckt es gar nicht mal gut und oft habe ich danach sogar Bauchschmerzen. Bei Milchprodukten bin ich flexibler. Zu Hause koche und esse ich nur noch vegan, wenn ich aber mit Freunden oder Familie essen bin, dann wähle ich das essen, was am ehesten im meine Ernährung passt. Meistens findet sich immer irgendwo etwas Käse im Gericht, aber das ist ok. Ich finde, ich bin auf dem richtigen Weg.

Zusammengefasst kann ich sagen, die drei Hauptmotive, die mich zu einer tierfreien Ernährung anregen, sind, dass sie:

- eine nachhaltige, umweltschonende Ernährung ist, die es ermöglicht alle Menschen auf der Welt zu sättigen.

- eine Ernährung ist, mit der ich mich gesünder und fitter denn je fühle.

- eine für mich ethisch und moralisch einwandfreie Ernährungsform ist, die die unwürdige Massentierhaltung nicht unterstützt.

Ich gehe hier wenig auf die Aspekte der Massentierhaltung ein, weil ich glaube, dass hierzu schon viel gesagt wurde und ich nicht wiederholen möchte, was bereits tausend mal gesagt wurde. Viel lieber verweise ich noch auf den Blog von Nicole Just, die in ihrem Beitrag “Warum vegan leben? 10 Gründe, die zum Nachdenken anregen” neben anderen guten Aspekten auch die Behandlung von Tieren auf dem Weg zum Schlachter erwähnt. Ich kann euch sagen… das ist nicht schön.

Jetzt ist tatsächlich schon ein halbes Jahr vergangen und ich habe noch nicht die Lust und den Spaß an der tierfreien Ernährung verloren. Es gibt so viele tolle Lebensmittel, Gewürze und Geschmäcker, die ich vielleicht nie kennen gelernt hätte und ich hoffe, ich kann hier noch viele Artikel zu meinem Ernährungs-Abenteuer zu veröffentlichen! Zur Feier des Tages gibt es heute einen fancy Klassiker :-) Spaghetti Bolognese… à la Löffelkind!

Bolognese 2 - loeffelkind.de

Spaghetti Bolognese ist eines der Lieblingsrezepte meines Freundes und als wir mit unserer veganen Challenge angefangen haben, musste ich verschiedene Rezepte ausprobieren, um eine vegane Bolgnese zu finden, die genauso gut schmeckt wie das Original. Dieses Rezept hier basiert auf einer Mischung aus Soja-Granulat und im Ofen gerösteten Champignons. Nur Soja-Granulat schmeckt mir zu “getreidig” und nur Pilze schmecken mir zu, naja, pilzig eben. Aber in dieser Kombi kann dieses vegane Rezept locker mit dem Original mithalten. Wie immer bei veganen Rezepten, kommt es auch hier vor allem auf eine gute Portion Gewürze an ;-)

Spaghetti Bolognese (3-4 Portionen):

- 300 g Champignons

- 200-300 g zubereitetes Soja-Granulat (ich weiche das Granulat in Gemüsebrühe mit einem Schuss Soja-Soße ein)

- 2 Möhren

- 1 große Zwiebel

- 1 Knoblauchzehe

- 1/2 Tube Tomatenmark

- 1 Dose Tomaten (stückig oder im Ganzen)

- 100 ml Rotwein (je dunkler und kräfitger im Geschmack, desto besser ;-) )

- ungefähr 400 ml Gemüsebrühe

- 2 El Soja-Soße

- 3 El Olivenöl

- 1 El Paprika-Pulver

- 1/2 Tl Chili-Pulver

- Einige Stiele Oregano und Thymian

- Salz und Pfeffer zum Abschmecken

- 500 g Spaghetti

Zuerst müssen die Champignons im Ofen geröstet werden. Dadurch bekommen sie ein leckeres, pilziges Röstaroma. Hierzu den Backofen auf 200° C Ober-/Unterhitze vorheitzen. Die Champignons in einem Multizerkleinerer (Ich schwöre auf den Turbo-Chef von Tupper) in feine, kleine Stücke haxeln (s.Bild). Die zerhaxelten Champignons auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und ca 10 Minuten im Ofen braun werden lassen. Sie sollten nicht verbrennen (ich spreche aus Erfahrung)! In der Zwischenzeit können die Möhren und die Zwiebeln ebenfalls sehr klein gewürfelt werden. Ich benutze dazu auch den Turbo-Chef. Wenn das Gemüse schön fein geschnibbelt ist, wird die Soße später toll in der Konsistenz und erinnert an Hackfleischsoße.

Bolognese trio - loeffelkind.de

Wenn die Champignons fertig sind, 3 El Olivenöl in einem Kochtopf erhitzen. Wenn das Öl heiß ist, die Zwiebeln, die Möhren und den zerdrückten Knoblauch kurz darin anbraten. Die Champignons, das fertige Soja-Granulat und die halbe Tube Tomatenmark zu den Zwiebeln in den heißen Topf geben und alles 1-2 Minuten schön scharf anbraten. Das Paprika- und das Chili-Pulver ebenfalls dazugeben. Mit Rotwein ablöschen und eventuell angebratenes vom Topfboden kratzen. Das gibt später ein leckeres “Brataroma”. Jetzt die Dosentomaten mit in den Topf geben und mit soviel Gemüsebrühe aufgießen, bis alle Zutaten gut mit Flüssigkeit bedeckt sind.

In einem zweiten Topf Nudelwasser zum Kochen bringen und die Spaghetti nach Anleitung kochen.

Bolognese Duo - loefelkind.de

Oregano und Thymian klein hacken und mit der Soja-Soße zu der Bolognese im Topf geben. Die Bolognese ungefähr 10-15 Minuten köcheln lassen (In der Regel lasse ich es solange köcheln, bis die Nudeln bissfest sind). Zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Bolognese schön heiß servieren. Mhhhhhhhh… lecker!!

Bolognese 1 - loeffelkind.de

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